31.07.2014
Stillwasser bei Raz de Sein am 01.07.14 um HW Brest = 08:49 + 05:30 = 14:29

Am Abend vorher haben wir alle etwas tiefer in unsere Rotweingläser geschaut und irgendwann beschlossen nicht um 7 Uhr aufzustehen.
Wir schlafen aus, frühstücken und suchen ein passendes Vorsegel für das 2. Vorstag heraus.

Am Nachmittag legen wir ab. Unsere Strategie ist, so zu fahren, dass wir am 01.08. die Durchfahrt Raz de Sein passieren können. Hier treten Strömungen bis zu 6,5 kn auf und es gibt gefährliche Stromschnellen. Man sollte also bei Stillwasser durchfahren.
Zuerst motoren wir genau gegen den WNW-Wind. Als am späten Abend der Seegang zunimmt stampft sich Barrabas immer öfter fest und so segeln wir mit Groß und Yankee mühsam durch die Nacht. Der Wind dreht immer weiter nach N und NE und erspart uns sogar eine Wende.
Ich höre mir das Hörbuch die „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ an und merke erst gegen 2 Uhr, dass ich Max ja zur Ablösung wecken könnte. In Max’s Wache schläft der Wind immer mehr ein und er nimmt schließlich den Motor zu Hilfe. Dann streicht er erst Yankee und später auch das Groß.
Wir tuckern durch den Vormittag. Fahren zwischendurch nur mit der Genua um nicht zu früh beim Raz de Sein anzukommen. Wir haben ausreichend Zeit und passieren die Enge pünktlich.

Die Durchfahrt war, im Nachhinein betrachtet, sehr einfach. Aber unter dem Eindruck dessen, was im Reeds Almanac steht, war es schon spannend. Wir sind eben genau zum Stillwasser angekommen und da erlebt man natürlich gerade nicht die Strömungen, vor denen der Reeds warnt.
Kurz nach 18 Uhr machen wir in Cammaret-Sur-Mer außen am Schwimmsteg fest.

Am 02.07. bleiben wir in Cammaret und versuchen unsere To-Do-Liste abzuarbeiten. Kerstin zieht los und erledigt Einkäufe. Vor allem aber wäscht sie im Waschsalon die Genua-Schoten und die Leine der Rollfock. Und schleppt noch einen Einkauf zum Schiff, während Max den Motor repariert und zwei Klappfenster abdichtet und ich ihm dabei zur Hand gehe. Max baut einen provisorischen Ausgleichsbehälter in den inneren Kühlkreislauf ein. Max und ich tauschen auch endlich den Wasserfilter des äußeren Kühlkreislaufs, der durch seine Undichtigkeit den Impeller der Wasserpumpe nicht ausreichen schmierte, was zum Kochen des Motors geführt hatte. Max hatte bereits in Port Médoc ein passendes Ersatzteil gekauft und jetzt finden wir endlich Zeit um den provisorischen, mit einem Gummihandschuh abgedichteten Filter, gegen einen neuen zu tauschen.
Beim Probelauf sieht man keine einzige Luftblase im Schlauch. Was für ein Unterschied zu vorher!
Max wartet noch den Gashebel und fettet die Baudenzüge ein. Aber der Gashebel geht weiterhin schwer und springt beim Rückwärts fahren immer wieder in den Leerlauf.
Auch die Logge wird ausgebaut und umgedreht wieder eingebaut. Leider funktioniert sie, wie wir am nächsten Tag feststellen müssen, immer noch nicht.

Wir gehen erst spät zum Essen und können von Glück sagen, dass wir überhaupt noch ein Restaurant finden, in dem wir etwas zu essen bekommen.
Wir alle sind unzufrieden, denn der Tag ist nicht gut gelaufen. Max hat sich reingekniet um möglichst viel zu reparieren. Bei einigen Sachen sehen wir die Not-wendigkeit nicht ganz ein und das führt zu Stress untereinander.
Die Wanne unter dem Motor war ziemlich voll. Kühlwasser, Öl und auch Salzwasser. Von hinten (Ruderkoker oder Schweißnaht?) kommt Wasser rein.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert